Seitenwände und Glasschiebewände für die Terrassenüberdachung

Ein Terrassendach schützt von oben. Gegen Wind, Schlagregen und Blicke von der Seite helfen Seitenkeil, feste Glaswand oder Glasschiebewand. Hier steht, welche Variante wofür taugt, was sie kostet, worauf es bei Glas und Statik ankommt und ab wann aus der Terrasse ein Wintergarten wird.

Stand: November 2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Seitenkeil schließt das Dreieck zwischen schrägem Dach und Seitenwand und hält Zugluft von oben ab[1][2]
  • Glasschiebewände gibt es rahmenlos aus 8 oder 10 mm ESG, je nach Hersteller auch 6 mm[4][5]
  • Richtwerte: Glasschiebewand etwa 400 bis 900 € pro laufendem Meter oder ab ca. 2.000 € pro Seite[2][7]
  • Glasschiebewände mit Bürstendichtung sind nicht wasserdicht[6]
  • Geschlossene Seiten erhöhen die Windlast. Beim Nachrüsten muss die Statik geprüft werden[3][8]

Welche Seitenwände gibt es?

  • Seitenkeil: ein dreieckiges Glas- oder Alu-Element zwischen Rinne und Wandanschluss. Ohne Keil bleibt oben eine offene Ecke, durch die Wind und Regen ziehen. Darunter kann später eine Schiebewand oder Senkrechtmarkise montiert werden.[1][2]
  • Feste Glas-Seitenwand: maximaler Windschutz und wartungsarm, aber nicht zu öffnen.[3]
  • Glasschiebewand: rahmenlose Glaselemente auf einer Laufschiene, die sich je nach Wetter auf- und zuschieben lassen.[5]
  • Lamellen- oder Paneelwand: blickdicht aus Alu oder Milchglas, mit verstellbaren Lamellen auch luftdurchlässig.[2][3]
  • Senkrechtmarkise: als leichte Alternative gegen tiefe Sonne und Blicke. Mit Zip-Führung hält sie laut weinor bis Windstärke 6.[10] Mehr dazu im Ratgeber Sonnenschutz.

Ohne seitlichen Schutz kommt flach einfallender Regen bei Wind weit unter das Dach.[2] Oft reicht schon eine Seitenwand auf der Wetterseite.

Was kosten Seitenwände?

ElementRichtwert
Seitenkeil (Dreiecksfenster aus Glas)ca. 300–800 € je Seite[2]
Feste Glas-Seitenwandca. 180–400 € pro m²[2], ab ca. 1.800 € je Seite[7]
Glasschiebewandca. 400–900 € pro laufendem Meter[2], ab ca. 2.000 € je Seite[7]
Lamellenschiebewandca. 500–1.100 € pro laufendem Meter[2]
Senkrechtmarkiseca. 500–2.000 € je Feld[2]

Die Quellen geben meist nicht an, ob die Montage enthalten ist. Rechnen Sie mit Montage und Bodenschiene eher mit dem oberen Bereich. Wer eine 4 × 3 m große Überdachung an drei Seiten mit Glas schließt, landet schnell im fünfstelligen Bereich. Die Preise für das Dach selbst stehen im Ratgeber Kosten einer Terrassenüberdachung.

Glas, Laufschiene und Dichtigkeit

Glasschiebewände bestehen aus Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG). Solarlux bietet rahmenlose Elemente in 8 oder 10 mm an, weinor in 6, 8 oder 10 mm.[4][5] Die Glasstärke bestimmt, wie hoch ein Element sein darf: Bei weinor sind im Außenbereich bis 2,40 m Höhe möglich, mit 10 mm Glas bis 2,80 m. Maßgeblich ist die Windlast am Standort.[4] Seitenkeile werden meist aus Verbundsicherheitsglas gefertigt.[2]

Die Elemente laufen auf einer Bodenschiene, die auf einen ebenen, waagerechten Untergrund geschraubt wird.[9][13] Flache Schienen lassen sich bequem überschreiten, höhere Schienen sind dichter.[4] Ganz wasserdicht ist eine Glasschiebewand nicht: Zwischen den Scheiben sitzen Bürstendichtungen, bei Schlagregen kann etwas Wasser durchkommen.[6] Mit zusätzlichen Dichtprofilen wird sie widerstandsfähiger.[4]

Statik und Nachrüsten

Eine geschlossene Seite bietet dem Wind eine große Angriffsfläche. Pfosten, Träger, Fundamente und Wandbefestigung müssen diese Lasten aufnehmen.[3][8] Wollen Sie Seitenwände an einem bestehenden Terrassendach nachrüsten, lassen Sie vorher prüfen, ob die Konstruktion dafür ausgelegt ist. Freistehende Dächer brauchen eventuell eine zusätzliche Aussteifung.[3] Lange Seitenkeile ab etwa 3 m Tiefe benötigen je nach System einen zusätzlichen Pfosten.[9]

Planen Sie ein neues Dach und könnten sich später Glaswände vorstellen, sagen Sie es beim Aufmaß. Dann legen wir Statik und Fundamente gleich dafür aus.

Ab wann wird es ein Wintergarten?

Eine einzelne Windschutzwand ändert an der Einordnung als Terrassenüberdachung in der Regel nichts.[3] Wird die Terrasse dagegen rundum mit Glas geschlossen, stufen Bauaufsichten sie oft als Wintergarten ein. Die Stadt Bielefeld beschreibt einen Wintergarten als angebauten Raum, der zum größten Teil aus Glas besteht.[12]

Auch das ist in NRW häufig ohne Bauantrag möglich: Unbeheizte Wintergärten bis 30 m² Brutto-Grundfläche sind bei Ein- und Zweifamilienhäusern mit mindestens 3 m Abstand zur Nachbargrenze verfahrensfrei.[11] Bei Doppel- und Reihenhäusern mit Wand zum Nachbarn sollten Sie vorher bei der Bauaufsicht nachfragen. Details stehen in den Ratgebern Kaltwintergarten oder Wintergarten und Baugenehmigung in NRW.

Pflege

Halten Sie vor allem die untere Laufschiene sauber, damit die Elemente leicht laufen: regelmäßig aussaugen oder auskehren. Reinigen Sie auch die Überlappungen der Scheiben, wenn diese zusammengeschoben sind.[6] Bei geschlossenen Seiten regelmäßig lüften. Bildet sich Kondenswasser, reicht es oft, die Elemente einen Spalt offen zu lassen.[9] Wie Sie Glas reinigen, steht im Ratgeber Terrassendach reinigen.

Quellen

Stand November 2026. Preise sind Richtwerte von Anbietern und Portalen, oft ohne Montage. Glasstärken und Höhen gelten je Produkt und Windlast. Rechtliche Angaben ohne Gewähr.

Häufige Fragen zu Seitenwänden

Nein. Zwischen den Scheiben sitzen Bürstendichtungen, bei Schlagregen kann etwas Wasser durchkommen. Mit zusätzlichen Dichtprofilen wird die Wand widerstandsfähiger, ganz dicht wie ein Fenster wird sie nicht.

Wenn die Seite oben dicht sein soll, ja. Ohne Keil bleibt zwischen schrägem Dach und Seitenwand ein offenes Dreieck, durch das Wind und Regen ziehen.

Richtwerte liegen bei etwa 400 bis 900 Euro pro laufendem Meter oder ab etwa 2.000 Euro pro Seite. Mit Montage, Bodenschiene und großer Höhe eher im oberen Bereich.

Meist ja, aber erst nach einer Prüfung der Statik. Geschlossene Seiten erhöhen die Windlast auf Pfosten, Träger und Fundamente.

Beides ist üblich. Die Glasstärke bestimmt mit, wie hoch ein Element sein darf und welche Windlast es aushält. Für hohe Elemente oder exponierte Lagen ist 10 mm die sicherere Wahl.

Eine einzelne Seitenwand ändert in der Regel nichts. Wird die Terrasse rundum geschlossen, kann sie als Wintergarten gelten. In NRW sind unbeheizte Wintergärten bis 30 m² mit 3 m Abstand zur Grenze aber meist verfahrensfrei. Im Zweifel bei der Bauaufsicht fragen.

Wind- und Wetterschutz planen

Seitenkeile, Glas-Seitenwände und Glasschiebewand direkt im Konfigurator auswählen und in der Zeichnung sehen.