Unter einem klaren Glasdach wird es im Sommer schnell warm. Eine Markise hält die Hitze draußen, eine Senkrechtmarkise schirmt tiefstehende Sonne ab, milchiges Glas nimmt die Blendung. Hier vergleichen wir Unterdach-, Aufdach- und Senkrechtmarkise, Zip-Screen und Alternativen mit Herstellerangaben und Richtpreisen.
Stand: November 2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
| Variante | Wo sie wirkt | Wind | Richtpreis |
|---|---|---|---|
| Unterdachmarkise | Unter dem Glas, beschattet von innen | geschützt, Windschutz laut weinor nicht nötig[1] | ab ca. 1.900 €[9] |
| Aufdachmarkise | Auf dem Glas, hält Hitze draußen | je nach Modell bis Windwiderstandsklasse 3[1] | ab ca. 3.000 €[9] |
| Senkrechtmarkise / Zip-Screen | An der Front oder Seite, gegen tiefe Sonne und Blicke | mit Zip meist Klasse 3[6] | ab ca. 1.800 €[9] |
| Milchiges VSG | Im Dach, nimmt Blendung | – | Aufpreis ca. 50–400 € pro Dach[10] |
Richtpreise aus Kostenportalen, ob Montage enthalten ist, wird dort nicht immer angegeben. Größe, Antrieb und Stoff verändern den Preis deutlich.
Die Aufdachmarkise liegt über dem Glas und fängt die Sonne ab, bevor sie das Dach erreicht. Hersteller und Fachportale halten sie deshalb für deutlich wirksamer gegen Hitze.[1][2] Außenliegender Sonnenschutz kann bis zu 95 % der Einstrahlung abhalten, innenliegender höchstens etwa 50 %.[3] Dafür ist das Tuch Wind und Wetter ausgesetzt. Die Aufdachmarkise WGM Top von weinor ist zum Beispiel bis Windstärke 6 ausgelegt.[1]
Die Unterdachmarkise sitzt unter dem Glas zwischen den Sparren. Ihr Tuch bleibt trocken und sauber, und sie muss bei Wind nicht eingefahren werden.[1][4][5] Sie reduziert die Hitze ebenfalls, wirkt aber am besten, wenn unter dem Dach Luft zirkulieren kann.[1] Eine offene Terrasse ohne Seitenwände bietet dafür gute Voraussetzungen.
Unsere Faustregel: Bei offener Terrasse und Wunsch nach wenig Wartung die Unterdachmarkise. Bei Südterrassen mit Glasschiebewänden, also eher geschlossenem Raum, die Aufdachmarkise.
Am Nachmittag und Abend steht die Sonne tief und scheint seitlich unter das Dach. Dagegen hilft keine Dachmarkise, sondern eine Senkrechtmarkise an der Front oder an der Seite. Sie schützt zugleich vor Blicken und vor leichtem Wind.
Besonders windfest sind Senkrechtmarkisen mit Zip-Führung: Das Tuch läuft dabei mit einem Reißverschluss-Saum in seitlichen Schienen und kann nicht flattern.[6] Die VertiTex II von weinor erreicht so Windwiderstandsklasse 3 nach DIN EN 13561, laut Hersteller bis Windstärke 6. Ohne Zip ist es Klasse 2.[6] Mit Zip-Führung sind Flächen bis etwa 20 m² möglich.[8] Welche Windgeschwindigkeit einer Klasse entspricht, gibt jeder Hersteller etwas anders an.[7]
Milchiges VSG streut das Licht und nimmt die Blendung. Allein reicht es als Sonnenschutz aber nicht, an heißen Tagen kann es darunter trotzdem zu warm werden.[10] Es ist eine gute Wahl, wenn Sie Sichtschutz von oben möchten, und lässt sich mit einer Markise kombinieren. Den Vergleich der Eindeckungen finden Sie im Ratgeber Glas oder Polycarbonat.
Plissees und Sonnensegel unter dem Dach sind einfache, günstigere Lösungen. Weil sie innen liegen, wirken sie gegen Hitze schwächer als außenliegender Schutz.[3] Für kleinere Flächen oder als Blendschutz können sie trotzdem reichen.
Markisen für Terrassendächer fahren heute fast immer per Motor. Mit einem Sonnen- und Windsensor fährt die Markise bei Sonne automatisch aus und bei Wind oder Regen wieder ein.[1][11] Den Grenzwert für den Wind stellt man passend zur Windklasse der Markise ein.[11]
Bestehende Markisen lassen sich meist nachträglich motorisieren, der Motor sitzt in der Tuchwelle.[12] Planen Sie bei einem neuen Terrassendach die Stromleitung trotzdem gleich mit ein, auch wenn die Markise erst später kommt. Ein Leerrohr kostet beim Bau fast nichts.
Im Konfigurator können Sie Unterdachmarkise und Senkrechtmarkise direkt mit auswählen. Was das kostet, steht im Ratgeber Kosten einer Terrassenüberdachung. Markisen sind in NRW übrigens verfahrensfrei (§ 62 Abs. 1 Nr. 15 BauO NRW).[13]
Herstellerangaben und Richtpreise, Stand November 2026. Windklassen und Maße gelten je Produkt. Welche Lösung bei Ihnen passt, klären wir beim Aufmaß.
Die Aufdachmarkise, weil sie die Sonne abfängt, bevor sie das Glas erreicht. Außenliegender Sonnenschutz kann bis zu 95 % der Einstrahlung abhalten, innenliegender höchstens etwa die Hälfte.
In der Regel nicht. Sie sitzt geschützt unter dem Glas, weinor hält einen Windschutz bei untergesetzten Markisen für nicht erforderlich.
Je nach Hersteller und Größe meist bis Windwiderstandsklasse 3, bei weinor bis Windstärke 6. Maßgeblich sind die Angaben des jeweiligen Produkts.
Richtwerte: Unterdachmarkise ab etwa 1.900 Euro, Aufdachmarkise ab etwa 3.000 Euro, Senkrechtmarkise ab etwa 1.800 Euro. Große Breiten mit Motor und Sensoren kosten deutlich mehr.
Ja, Unterdach- und Aufdachmarkisen lassen sich meist nachträglich montieren, Motor und Windsensor ebenfalls. Am einfachsten ist es, wenn die Stromleitung beim Bau schon vorbereitet wurde.
Nein. Milchiges VSG nimmt die Blendung und schützt vor Blicken, hält aber nicht genug Hitze ab. Auf Südterrassen sollten Sie zusätzlich eine Markise einplanen.
Unterdachmarkise und Senkrechtmarkise direkt im Konfigurator mit auswählen. Wir beraten Sie zur passenden Lösung beim Aufmaß.