Ein Kaltwintergarten ist im Kern ein Terrassendach mit Glasschiebewänden rundum: unbeheizt, vom Frühjahr bis in den Herbst nutzbar und deutlich günstiger als ein beheizter Wohnwintergarten. Hier stehen die Unterschiede, Richtpreise, die Regeln für NRW und was Sie im Winter beachten sollten.
Stand: November 2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten
Das Wichtigste in Kürze
| Kaltwintergarten | Wohnwintergarten | |
|---|---|---|
| Temperatur im Winter | unbeheizt, leichter Frost möglich[5] | ca. 18–25 °C[5] |
| Verglasung | Einfachglas, Schiebewände meist aus ESG 8 oder 10 mm[7][11] | wärmedämmendes Isolierglas[5] |
| Profile | Alu ohne thermische Trennung | thermisch getrennt, gegen Wärmeverlust und Kondensat[10] |
| Nutzung | Frühjahr bis Herbst, Überwintern von Kübelpflanzen[8] | ganzjähriger Wohnraum |
| Richtpreis | ca. 500–900 €/m²[6] | ca. 1.400–5.500 €/m²[6] |
| Genehmigung in NRW | bis 30 m² meist verfahrensfrei[1][3] | in der Regel Bauantrag, dazu Energievorgaben[2][12] |
Ein Kaltwintergarten ist ein unbeheizter, meist ungedämmter Glasanbau am Haus. Praktisch ist er eine Terrassenüberdachung mit verschließbaren Seiten.[8] Das Dach besteht aus Verbundsicherheitsglas, die Seiten aus Glasschiebewänden. Hersteller solcher Schiebeelemente bieten sie meist in 8 oder 10 mm Einscheiben-Sicherheitsglas an und nennen ungedämmte Wintergärten ausdrücklich als Einsatzzweck.[11]
Die Temperatur folgt dem Wetter: Im Sommer kann es über 30 °C warm werden, im Winter um den Gefrierpunkt.[7] Ganz dicht wie ein echter Wohnraum ist ein solcher Anbau nicht. Bei Schlagregen kann an den Schiebewänden etwas Wasser eindringen.[14]
Kostenportale nennen für Kaltwintergärten etwa 500 bis 900 Euro pro m². Bei 20 m² sind das rund 10.000 bis 18.000 Euro. Ein beheizter Warmwintergarten liegt bei etwa 1.400 bis 5.500 Euro pro m².[6] Die Spannen sind breit, weil Größe, Glasschiebewände, Sonnenschutz und Fundament stark ins Gewicht fallen.
Der größte Posten neben dem Dach sind die Glasschiebewände. Wer zuerst nur das Terrassendach baut und die Wände später ergänzt, verteilt die Kosten. Was einzelne Seitenwände kosten, steht im Ratgeber Seitenwände und Glasschiebewände, die Preise für das Dach unter Kosten einer Terrassenüberdachung.
Nach § 62 Abs. 1 Nr. 1 g BauO NRW sind Wintergärten verfahrensfrei, wenn sie diese Bedingungen erfüllen:[1][3]
Gemeint ist ein verglaster, unbeheizter Anbau, der keine Erweiterung der Gebäudehülle ist. Wird der Wintergarten zusammen mit einem genehmigungspflichtigen Vorhaben gebaut, etwa beim Neubau des Hauses, ist er Teil dieses Bauantrags.[2] Der Bebauungsplan gilt auch ohne Bauantrag und kann festlegen, wo Wintergärten zulässig sind.[3] Bei Doppel- und Reihenhäusern können an der Grenze Brandwände nötig sein.[4]
Wo genau die Grenze zwischen Terrassendach mit Seitenwänden und Wintergarten liegt, definiert die Bauordnung nicht wörtlich. Wer rundum schließen will, fragt im Zweifel vorher bei der Bauaufsicht nach. Die Regeln für offene Terrassendächer stehen im Ratgeber Baugenehmigung für die Terrassenüberdachung in NRW.
Kurz aufheizen, etwa mit einem Infrarotstrahler an einem kühlen Abend, ist möglich.[8] Ein dauerhaft beheizter Wohnraum wird daraus aber nicht: Einfachglas und Profile ohne thermische Trennung lassen die Wärme schnell entweichen.[10] Außerdem gilt die Verfahrensfreiheit in NRW nur für unbeheizte Wintergärten.[2]
Wer ganzjährig heizen will, braucht einen Wohnwintergarten mit Isolierglas und gedämmter Konstruktion und muss die Anforderungen des Gebäudeenergierechts erfüllen. Das Gebäudeenergiegesetz wurde 2026 durch das Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) abgelöst, einzelne Teile treten erst 2027 in Kraft.[12][13] Lassen Sie sich bei diesem Schritt von einem Energieberater oder Planer begleiten.
An kalten Glasflächen schlägt sich Feuchtigkeit nieder, Pflanzen erhöhen die Luftfeuchte zusätzlich. Dagegen hilft regelmäßiges Lüften: Schieben Sie die Glaswände zweimal täglich für einige Minuten auf. Ein Hygrometer zeigt, wann es zu feucht wird.[9]
Zum Überwintern eignen sich Kübelpflanzen, die leichten Frost vertragen, etwa Oleander, Olive, Zitrus oder Lorbeer. Stellen Sie sie hell, aber nicht direkt an die Scheibe, gießen Sie sparsam und düngen Sie nicht.[7] Fest eingepflanzte Gewächse müssen winterhart sein.[8]
Glasschiebewände lassen sich in vielen Fällen nachträglich unter ein bestehendes Terrassendach setzen. Vorher muss geprüft werden, ob Pfosten, Rinne und Fundamente die zusätzlichen Lasten und den Winddruck aufnehmen, und ob durch das Schließen eine Genehmigung nötig wird.[7] Planen Sie ein neues Dach, lohnt es sich, die Statik gleich für spätere Schiebewände auszulegen.
Unsere Kaltwintergärten bestehen aus dem Alu-Terrassendach mit VSG-Glas und rahmenlosen Glasschiebewänden. Im Konfigurator wählen Sie dazu einfach „Kaltwintergarten“.
Stand November 2026. Preise sind Richtwerte aus Kostenportalen. Rechtliche Angaben ohne Gewähr, maßgeblich ist die Auskunft Ihrer Bauaufsicht.
Ein Kaltwintergarten ist unbeheizt und ungedämmt, meist mit Einfachglas und Schiebewänden. Ein Wohnwintergarten ist ganzjährig beheizt, mit Isolierglas und thermisch getrennten Profilen, und kostet deutlich mehr.
Richtwerte liegen bei etwa 500 bis 900 Euro pro m². Ein Kaltwintergarten mit 20 m² kostet damit rund 10.000 bis 18.000 Euro, je nach Ausstattung.
Nicht, wenn er unbeheizt ist, höchstens 30 m² Brutto-Grundfläche hat, an einem Gebäude der Gebäudeklassen 1 bis 3 steht und mindestens 3 m Abstand zur Nachbargrenze hält. Der Bebauungsplan gilt trotzdem.
Die Bauordnung definiert das nicht wörtlich. Städte sprechen von einem verglasten Anbau, der überwiegend aus Glas besteht. Wer die Terrasse rundum mit Glas schließen will, fragt im Zweifel vorher bei der Bauaufsicht nach.
Als Wohnraum nicht, dafür ist es zu kalt. Er eignet sich aber gut zum Überwintern von Kübelpflanzen und als geschützter Platz an sonnigen Wintertagen. Kurz aufheizen mit einem Infrarotstrahler ist möglich.
Regelmäßig lüften, am besten zweimal täglich einige Minuten, und mit einem Hygrometer die Luftfeuchte im Blick behalten. Pflanzen erhöhen die Feuchtigkeit zusätzlich.
Im Konfigurator „Kaltwintergarten“ wählen, Maße und Dach einstellen. Glasschiebewände und Seitenwände sind dabei schon enthalten.