Glas oder Polycarbonat für die Terrassenüberdachung?

Verbundsicherheitsglas ist heller, kratzfest und leiser bei Regen. Polycarbonat-Stegplatten sind leichter und deutlich günstiger. Hier vergleichen wir beide Eindeckungen mit Zahlen aus Datenblättern und Normen: Licht, Wärme, Gewicht, Haltbarkeit, Sicherheit und Kosten.

Stand: November 2026 · Lesezeit ca. 7 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Klares Glas lässt rund 90 % des Lichts durch, 16-mm-Stegplatten je nach Aufbau etwa 60 bis 76 %[1][2][3]
  • 8 mm Glas wiegt rund 20 kg pro m², eine Stegplatte nur 2,4 bis 3,6 kg[2][12]
  • Als Material kostet VSG etwa 60 bis 130 € pro m², Stegplatten 20 bis 50 €[4]
  • Im Dach ist Verbundsicherheitsglas vorgeschrieben, einfaches ESG ist nicht zulässig[5][6]
  • Hersteller geben auf Stegplatten mit UV-Schutz meist 10 Jahre Garantie[7][8]

Der Vergleich auf einen Blick

KriteriumVSG-Glas 8 oder 10 mmPolycarbonat 16 mm
Lichtdurchlässigkeitca. 89–90 % (Floatglas, VSG etwas weniger)[1]ca. 60–76 % klar, je nach Plattenaufbau[2][3]
Gesamtenergiedurchlass (g-Wert)ca. 83–84 % (Floatglas)[1]ca. 62 % klar, 54 % opal, 44 % mit Wärmeschutz[2]
Gewicht20 kg/m² (8 mm), 25 kg/m² (10 mm)[12]ca. 2,4–3,6 kg/m²[2][3]
Kratzfestigkeithoch[9]empfindlich, kann verkratzen[9]
Vergilbenneinmit UV-Schutz meist 10 Jahre Garantie[7][8]
Regenleiser[10]lauter[10]
Materialpreis60–120 €/m² klar, 70–130 €/m² matt[4]20–50 €/m²[4]

Licht und Wärme

Unter klarem Glas wirkt die Terrasse fast so hell wie ohne Dach. Floatglas in 8 oder 10 mm lässt etwa 89 bis 90 % des Lichts durch.[1] Bei 16-mm-Stegplatten sind es je nach Hersteller und Zahl der Stege etwa 60 bis 76 %, außerdem wirkt das Licht durch die Stege eher diffus.[2][3]

Mit dem Licht kommt die Wärme. Der g-Wert gibt an, wie viel Sonnenenergie durchgeht. Bei Floatglas liegt er bei rund 83 %.[1] Klare Stegplatten kommen auf etwa 62 %, opal eingefärbte auf 54 % und Platten mit Wärmeschutzbeschichtung auf 44 %.[2] Unter einem klaren Glasdach auf der Südseite planen Sie deshalb am besten gleich eine Markise mit ein. Welche Variante wann passt, steht im Ratgeber Sonnenschutz für die Terrassenüberdachung.

Sicherheit: Warum im Dach nur VSG erlaubt ist

Ein Glasdach ist nach DIN 18008-2 eine Überkopfverglasung, weil es mehr als 10° gegen die Senkrechte geneigt ist. Für einfach verglaste Dächer sind dort nur Verbundsicherheitsglas aus Floatglas oder teilvorgespanntem Glas (TVG) zulässig. VSG aus Einscheiben-Sicherheitsglas (ESG) ist ausgeschlossen, weil es nach einem Bruch keine Resttragfähigkeit hat.[5][6]

Die Folie zwischen den Scheiben muss in der Regel mindestens 0,76 mm dick sein. Bricht das Glas, bleiben die Splitter an ihr haften und die Scheibe fällt nicht herunter.[6] Polycarbonat ist von Natur aus bruchsicher und splittert nicht.

Haltbarkeit, Hagel und Kratzer

Glas altert praktisch nicht, vergilbt nicht und ist kratzfest. Polycarbonat kann mit den Jahren verkratzen und vergilbt ohne UV-Schutz.[9] Markenhersteller geben auf Stegplatten mit UV-Schutzschicht deshalb eine Garantie: Bei Makrolon multi UV und Exolon multi UV sind es 10 Jahre. In dieser Zeit darf die Lichtdurchlässigkeit um höchstens 4 Prozentpunkte sinken.[7][8]

Die Garantie deckt auch Hagel ab. Geprüft wird mit 20-mm-Kugeln bei etwa 21 m/s. Die Entschädigung sinkt aber mit der Zeit: Ab dem sechsten Jahr gibt es bei Hagelschäden nur noch einen Teil.[7][8] Fragen Sie beim Angebot nach, welche Platte verbaut wird und welche Garantie gilt.

Regen, Knacken und Wärmeausdehnung

Unter Glas ist Regen deutlich leiser als unter Stegplatten.[10] Messwerte, die beide direkt vergleichen, gibt es kaum. Wer abends gern bei Regen draußen sitzt, sollte das aber bedenken.

Polycarbonat dehnt sich bei Wärme spürbar aus, der Hersteller Palram rechnet mit etwa 3 mm pro Meter.[3] Die Platten brauchen deshalb Spiel in den Profilen. Leises Knacken bei großen Temperaturwechseln ist bauartbedingt, lautes Knacken deutet auf einen Montagefehler hin.[11]

8 mm, 10 mm oder milchig?

8 mm VSG ist der Standard für typische Terrassendächer. 10 mm kommt bei großen Glasfeldern, weitem Sparrenabstand oder höherer Schneelast zum Einsatz. Welche Stärke nötig ist, entscheidet die Statik für Ihren Standort, nicht der Geschmack.

Milchiges VSG hat eine weiße Folie zwischen den Scheiben. Eine solche Folie lässt laut Hersteller Kuraray rund 70 % des Lichts durch, blendet weniger und schützt vor Blicken von oben.[13] Einen vollwertigen Sonnenschutz ersetzt sie aber nicht.[14] Als Material kostet mattes VSG nur wenig mehr als klares.[4]

Welche Eindeckung passt zu Ihnen?

  • VSG klar, wenn Sie maximale Helligkeit, freien Blick in den Himmel und ein langlebiges, leises Dach wollen. Auf Südterrassen mit Markise kombinieren.
  • VSG milchig, wenn Nachbarn von oben hineinsehen können oder die Sonne stark blendet.
  • Polycarbonat 16 mm, wenn das Budget zählt, die Terrasse eher im Schatten liegt oder eine leichte Konstruktion gefragt ist, etwa beim Carport.

Was der Unterschied im Gesamtpreis ausmacht, rechnen wir im Ratgeber Kosten einer Terrassenüberdachung vor. Wie Sie beide Eindeckungen pflegen, lesen Sie unter Terrassendach reinigen. Unsere Ausführungen finden Sie bei den Terrassenüberdachungen.

Quellen

Werte aus Herstellerdatenblättern und Fachportalen, Stand November 2026. Einzelne Produkte können abweichen. Glasstärke und Sparrenabstand legt die Statik für Ihren Standort fest.

Häufige Fragen zur Dacheindeckung

Polycarbonat. Stegplatten kosten als Material etwa 20 bis 50 Euro pro m², Verbundsicherheitsglas 60 bis 130 Euro. Weil Glas schwerer ist, fällt auch die Konstruktion kräftiger aus.

Verbundsicherheitsglas (VSG) aus Floatglas oder teilvorgespanntem Glas, meist 8 oder 10 mm stark. Einfaches ESG ist für Überkopfverglasungen nach DIN 18008-2 nicht zulässig.

Ohne UV-Schutz ja. Platten mit UV-Schutzschicht haben bei Markenherstellern meist 10 Jahre Garantie, in denen die Lichtdurchlässigkeit nur um wenige Prozentpunkte sinken darf.

Glas wiegt 2,5 kg pro m² und Millimeter Dicke. 8 mm VSG kommt also auf etwa 20 kg pro m², 10 mm auf 25 kg. Eine 16-mm-Stegplatte wiegt 2,4 bis 3,6 kg pro m².

Weniger Licht und keine klare Sicht nach oben, Regen ist lauter, die Oberfläche kann verkratzen, und die Platten dehnen sich bei Wärme aus. Dafür sind sie leicht, bruchsicher und günstig.

Ja, klares Glas lässt den Großteil der Sonnenenergie durch. Auf Südterrassen sollten Sie eine Markise oder milchiges Glas einplanen. Außenliegender Sonnenschutz wirkt am stärksten.

Glas oder Polycarbonat?

Im Konfigurator wählen Sie zwischen VSG 8 mm, VSG 10 mm, milchigem VSG und Polycarbonat und sehen das Ergebnis sofort in der Zeichnung.