Glasdach und Terrassendach reinigen: So geht es richtig

Ein- bis zweimal im Jahr reicht meist: viel Wasser, ein mildes Reinigungsmittel und eine weiche Bürste an der Teleskopstange. Wichtiger als das richtige Mittel ist, was Sie weglassen: Scheuermittel, scharfe Lösemittel, den Hochdruckreiniger und vor allem den Schritt aufs Dach. Hier steht, was Glas, Polycarbonat und pulverbeschichtetes Aluminium vertragen.

Stand: November 2026 · Lesezeit ca. 6 Minuten

Das Wichtigste in Kürze

  • Reinigen Sie ein- bis zweimal im Jahr, unter Bäumen oder an viel befahrenen Straßen öfter[7][11]
  • Viel klares Wasser, ein mildes, möglichst pH-neutrales Mittel und weiche Werkzeuge genügen[1][3][5]
  • Tabu sind Scheuermittel, Klingen und starke Lösemittel. Auf Polycarbonat auch kein Ammoniak und kein Benzin[1][2][3]
  • Vom Hochdruckreiniger raten Hersteller ab, weil er Dichtungen und Platten beschädigen kann[7][10]
  • Nie aufs Dach steigen: Glas und Stegplatten sind nicht begehbar[4][7][8]

Wie oft sollte man das Terrassendach reinigen?

Hersteller empfehlen mindestens eine Reinigung pro Jahr. In der Nähe von Bäumen, an Straßen oder in Gegenden mit viel Ruß und Staub eher zweimal oder öfter.[7] Bewährt hat sich ein Termin im Frühjahr, nach Pollenflug und Winter, und einer im Herbst, wenn das Laub gefallen ist.[11] Die pulverbeschichteten Alu-Profile sollten ebenfalls mindestens einmal im Jahr gereinigt werden.[6]

Die Regenrinne braucht oft mehr Aufmerksamkeit als das Dach selbst. Befreien Sie sie von Laub, sobald sich etwas sammelt, im Winter auch von Schnee und Eis.[7]

Das brauchen Sie

  • Teleskopstange mit weicher Bürste oder Schwamm
  • Gartenschlauch mit normalem Wasserdruck
  • Eimer mit lauwarmem Wasser und etwas mildem Spülmittel oder pH-neutralem Reiniger
  • Gummiabzieher, nur für Glas
  • Weiches Baumwoll- oder Mikrofasertuch
  • Handschuhe für die Rinne
  • Eine sicher stehende Leiter, falls Sie an die Rinne müssen

Glasdach reinigen in fünf Schritten

  1. Bei bedecktem Himmel reinigen. In praller Sonne trocknet das Wasser zu schnell und hinterlässt Schlieren.
  2. Grob abspülen. Laub und Staub zuerst mit viel Wasser entfernen. Trocken gewischter Sand wirkt wie Schleifpapier.[1]
  3. Mit Reiniger waschen. Lauwarmes Wasser mit mildem Spülmittel oder einem handelsüblichen Glasreiniger, weicher Schwamm oder Bürste.[1]
  4. Gründlich nachspülen, damit keine Reinigerreste stehen bleiben.
  5. Abziehen. Mit dem Gummiabzieher von oben nach unten, Ränder mit einem weichen Tuch.

Gegen Fettflecken oder Kleberreste hilft punktuell etwas Spiritus oder Isopropanol.[1] Vermeiden Sie bei Verbundsicherheitsglas aber stark alkoholhaltige Mittel an den Scheibenkanten: Sie können die Folie im Glas angreifen und zu Eintrübungen führen.[2] Laugen, Säuren, Scheuermittel und Klingen gehören nie aufs Glas.[1][2]

Polycarbonat-Stegplatten reinigen

Polycarbonat ist empfindlicher als Glas. Kehren Sie groben Schmutz vorsichtig mit einem weichen Besen ab und waschen Sie dann mit lauwarmem Wasser, mildem Spülmittel und einem weichen Schwamm oder Baumwolltuch. Danach kalt nachspülen und weich trocknen.[3][4] Reinigen Sie auch hier nicht in praller Sonne und lassen Sie Mittel nicht lange einwirken.[3]

Bei hartnäckigem Schmutz hilft ein spezieller Kunststoffreiniger. Testen Sie ihn vorher an einer unauffälligen Stelle.[3][4] Welche Lösemittel Ihre Platte verträgt, steht in der Anleitung ihres Herstellers. Die Angaben unterscheiden sich.[3]

Feuchtigkeit oder Beschlag in den Stegkammern lässt sich von außen nicht wegwischen. Er ist bei Stegplatten oft konstruktionsbedingt.[4] Damit kein Schmutz und keine Algen in die Kammern kommen, müssen die Plattenenden mit Bändern verschlossen sein.[4]

Was darf an welches Material?

MaterialGeeignetNicht geeignet
VSG-GlasViel Wasser, mildes Spülmittel, Glasreiniger, weicher Schwamm, Gummiabzieher[1]Laugen, Säuren, Scheuermittel, Klingen, Trockenwischen, viel Alkohol an den Kanten[1][2]
PolycarbonatLauwarmes Wasser mit Spülmittel, weicher Schwamm oder Baumwolltuch, Kunststoffreiniger nach Test[3][4]Scheuermittel, stark alkalische Mittel, Benzin, Abzieher und Klingen, Reinigen in der Sonne[3]
Alu, pulverbeschichtetWarmes Wasser mit Neutralreiniger, weiches Tuch, kalt nachspülen[5][6]Saure oder stark alkalische Mittel, Verdünner, Aceton, Scheuermittel[5][6]

Alu-Profile, Rinne und Dichtungen

Pulverbeschichtetes Aluminium reinigen Sie mit warmem Wasser und einem neutralen Mittel wie Spülmittel. Oberfläche und Wasser sollten dabei nicht wärmer als 25 °C sein, deshalb auch hier nicht in der Sonne arbeiten.[5][6] Das Mittel höchstens eine Stunde einwirken lassen, dann kalt nachspülen.[6] Fett- oder Kleberreste lassen sich vorsichtig mit Isopropanol oder entaromatisiertem Testbenzin entfernen. Verdünner, Aceton und andere aggressive Lösemittel greifen die Beschichtung an.[5][6]

Schauen Sie bei jeder Reinigung auch nach den Dichtungen zwischen Glas und Profilen. Sitzen sie nicht mehr richtig oder sind sie beschädigt, lassen Sie das vom Fachbetrieb prüfen.[7] Rinne und Fallrohr frei halten, damit Wasser bei Starkregen nicht über die Rinne läuft.

Hochdruckreiniger: lieber nicht

Der Hersteller weinor schreibt in seiner Wartungsanleitung für Terrassendächer ausdrücklich, dass kein Hochdruckreiniger verwendet werden darf, weil er die Dichtungen beschädigt.[7] Auch der Polycarbonat-Hersteller Palram warnt: Der Strahl kann Platten durchdringen oder einreißen.[10] Ein normaler Gartenschlauch und eine weiche Bürste reichen völlig.

Sicherheit: Niemals aufs Dach steigen

Glasdächer und Stegplatten sind nicht begehbar. Die DGUV weist darauf hin, dass ungesicherte Lichtplatten immer wieder zu tödlichen Durchsturzunfällen führen, auch bei Reinigungsarbeiten.[8] Arbeiten Sie immer von unten oder von der Leiter aus mit der Teleskopstange.

Für die Leiter gilt: fest und eben aufstellen, mit einem Anstellwinkel von etwa 65 bis 75 Grad, und vor dem Einsatz auf Schäden prüfen.[9] Am sichersten ist es, wenn eine zweite Person die Leiter hält.[11] Muss doch jemand aufs Dach, etwa für eine Reparatur, ist das eine Aufgabe für den Fachbetrieb.[7]

Sie planen gerade ein neues Terrassendach und überlegen noch, welche Eindeckung pflegeleichter ist? Den Vergleich finden Sie im Ratgeber Glas oder Polycarbonat. Was eine Überdachung kostet, steht unter Kosten einer Terrassenüberdachung.

Quellen

Allgemeine Hinweise, Stand November 2026. Maßgeblich ist immer die Pflegeanleitung des Herstellers Ihrer Überdachung und Ihrer Eindeckung, auch wegen möglicher Garantiebedingungen.

Häufige Fragen zur Reinigung

Mit viel Wasser, lauwarmem Wasser und mildem Spülmittel oder einem handelsüblichen Glasreiniger, einem weichen Schwamm und einem Gummiabzieher. Vorher groben Schmutz abspülen, damit nichts kratzt.

Mit lauwarmem Wasser, mildem Spülmittel und einem weichen Schwamm oder Baumwolltuch, danach kalt nachspülen. Keine Scheuermittel, kein Benzin, keine Klingen und nicht in der prallen Sonne.

Besser nicht. Hersteller warnen, dass der Strahl Dichtungen beschädigen und Stegplatten einreißen kann. Gartenschlauch und weiche Bürste reichen.

Ein- bis zweimal im Jahr, zum Beispiel im Frühjahr und im Herbst. Unter Bäumen oder an Straßen öfter. Die Rinne nach Bedarf, sobald sich Laub sammelt.

Nein. Glas und Stegplatten sind nicht begehbar, es besteht Durchsturzgefahr. Arbeiten Sie mit einer Teleskopstange von unten oder von der Leiter aus.

Feuchtigkeit in den Stegkammern ist bei Stegplatten oft konstruktionsbedingt und lässt sich von außen nicht entfernen. Wichtig ist, dass die Plattenenden mit Bändern verschlossen sind, damit kein Schmutz eindringt.

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